Was ist Urotherapie?

Definition der Arbeitsgemeinschaft Urotherapie im Kindes- und Jugendalter:

Diagnostik, Behandlung und Betreuung von funktionellen und neurogenen Blasenstörungen sowie Enuresis durch ein interdisziplinäres Team.(An der Erweiterung dieser Definition wird weiter gearbeitet)


Urotherapie besteht aus verschiedenen verhaltenstherapeutischen Methoden zur Behandlung von Stuhl- und Harninkontinenz und zur Therapie der Enuresis.

Mehr Körperbewusstsein entwickeln

Wurde von einem Kinderarzt oder Urologen die notwendige Diagnostik durchgeführt und keine organischen Ursachen festgestellt, dann kann die Urotherapie weiter helfen.

Es wird ein Konzept für eine nicht-medikamentöse, verhaltenstherapeutische Therapie entwickelt. Dieses beginnt mit der "Entmystifikation" der Inkontinenz bzw. der Enuresis. Dem Patienten wird hierbei zunächst die Anatomie sowie die funktionellen Abläufe seines Körpers erklärt und dargelegt, was die Ursache seiner Probleme sein könnte. Dann wird mit Hilfe der Urotherapie die Wahrnehmung des eigenen Körpers und seiner Signale geschult. Der Patient soll so lernen, seine Blase und seinen Darm bewusst, richtig und kontrolliert zu entleeren, richtig und angemessen zu trinken. Hier wird auch anschaulich gezeigt, welch positiven Einfluss das richtige und entspannte Sitzen auf der Toilette haben kann.


Ausdauer und Willenskraft


Eine Urotherapie bedarf der Ausdauer und Willenskraft. Weil vielen Betroffenen häufig an dem ein oder anderen hiervon mangelt und weil der Arzt häufig nicht genügend Zeit hat, um die Patienten und deren Angehörige ausreichend zu schulen, werden zunehmend auch Pflegekräfte, Arzthelfer, aber auch Physiotherapeuten und Hebammen zu Urotherapeuten ausgebildet. Die Erfahrungen der skandinavischen Länder mit einer solchen urotherapeutischen Ausbildung sind sehr vielversprechend.

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